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STATION 7

„… vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung …“

Ich will so leben, wie ich es mag.

Individualität (lat. Ungeteiltheit)

Menschen sind unterschiedlich: Sie haben verschiedene körperliche Konstitutionen, verschiedenes Alter und Geschlecht, sie haben verschiedene Weltanschauungen, unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten und in ihrem Temperament. Dennoch ist Individualität immer noch keine Selbstverständlichkeit. Menschen als Individuen anzuerkennen und wahrzunehmen bedeutet auch, die „Gleichwertigkeit des Ungleichen“ zu akzeptieren.

„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“ (Grundgesetz Artikel 2 Absatz 1)

Das Recht auf freie Entfaltung ist ein allgemeines Freiheitsrecht, das vor jeder Freiheitseinschränkung durch den Staat, aber auch durch Dritte schützt. Es beinhaltet das Recht auf Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung sowie Selbstdarstellung und gewährleistet als Auffanggrundrecht die Lückenlosigkeit des Grundrechtschutzes.

Extremisten streben eine homogene, gleich geschaltete Gesellschaftsordnung an: Rechtsextremisten durch die Reinheit des Volkes, Linksextremisten durch eine klassenlose Gesellschaft. Dem einzelnen Menschen wird unter Verweis auf ein angeblich „höheres Gemeinschaftsinteresse“ ein eigener Wert (z.B. die Menschenwürde oder das Recht auf freie Entfaltung) abgesprochen.

„Volksgemeinschaft“
Rechtsextremistische Auffassungen gehen davon aus, dass sich der Einzelne aus der Verantwortung gegenüber der völkischen Gemeinschaft heraus dieser unterzuordnen hat. Die vermeintlich einheitlichen Interessen der „Volksgemeinschaft“ haben also Vorrang vor den Interessen des Einzelnen. Die staatlichen Führer handeln dementsprechend. Der „Volkswille“ wird notfalls willkürlich und gewaltsam gegen entgegen stehende, widerstreitende Interessen Einzelner durchgesetzt.

„Du bist nichts, dein Volk ist alles!“ Parole aus der Zeit des Nationalsozialismus

„Gemeinnutz geht vor Eigennutz!“ Parole aus der Zeit des Nationalsozialismus

„Unser Ziel ist die Volksgemeinschaft. Das jetzige System muss abgeschafft werden, das funktioniert doch nicht. Zuviel Individualismus ist nun mal problematisch, der Einzelne muss sich der Gemeinschaft unterordnen.“ Ein Funktionär der sächsischen Jungen Nationaldemokraten; in: Sächsische Zeitung Ausgabe Pirna vom 3. November 2005

„klassenlose Gesellschaft“
Orthodox-kommunistische Gruppierungen streben eine klassenlose Gesellschaftsordnung an, in der individuelle Freiheitsrechte außer Kraft gesetzt werden.

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Weiterführende Informationen

© Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen