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STATION 4

„… und der Freiheit und Gleichheit darstellt. Zu den …“

Ich bin so frei!

„Freiheit und Gleichheit“ — beide sind in der freiheitlichen demokratischen Grundordnung fest verankert. Und doch können sie sich als widerstreitende Werte in einem Konflikt zwischen den Interessen des Individuums und der Gesellschaft darstellen. Dabei hat sich die Gleichheit an dem grundsätzlichen Vorrang der Freiheit zu orientieren, da die Gleichheit ihren Wert erst in Verbindung mit der Freiheit gewinnt. Ansonsten wäre jeder Zustand schon dann gut und gerecht, wenn er nur gleich ist; z.B.: alle sind gleich rechtlos, gleich arm usw. Die Gleichheit setzt dagegen der Freiheit eines Menschen um der Freiheit der anderen Menschen Willen ein Maß. Die fdGO beschreibt also eine Ordnung, in der möglichst viel Freiheit unter gleichzeitiger Sicherstellung von möglichst viel Gleichheit gewährleistet wird.

Freiheit bezeichnet die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen verschiedenen Alternativen auswählen und sich entscheiden zu können. Dabei wird zwischen der so genannten „negativen“ Freiheit, also „Freiheit von“, und der „positiven Freiheit“, der „Freiheit zu“ unterschieden.

Ein Beispiel: Frei seine Meinung äußern zu können, ohne Einschränkung einer Zensur, beschreibt eine negative Freiheit: die Abwesenheit von Zwang. Erst durch den Zugang zu und Gebrauch von Medien und Kommunikationsmitteln aber wird positive Freiheit verwirklicht: Sie ermächtigt das Individuum und macht es „souverän“.

Um seine Freiheit genießen und aktiv nutzen zu können, müssen alle gleiche Bedingungen und Chancen vorfinden. So ist es z.B. erforderlich, dass alle Mitglieder der Gesellschaft die gleichen Möglichkeiten haben, sich zu bilden. Doch schränkt die Verwirklichung von „Gleichheit“ nicht andererseits die der „Freiheit“ ein? Anders gesagt: Wo beginnt meine Freiheit? Und wo endet sie? Wie frei bin ich eigentlich? Wie frei will ich sein? Was ist, wenn meine Freiheit jemandem schadet? Können Menschen „gleich“ sein? In welchen Bereichen? Wie „gleich“ will ich sein?

„Ich bin nicht Eurer Meinung, aber ich werde darum kämpfen, dass Ihr Euch ausdrücken könnt.“ Voltaire (1694—1778), französischer Dichter und Philosoph

„Die Freiheit besteht darin, das man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet.“ Matthias Claudius (1740—1815), deutscher Dichter und Journalist

„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin (1706—1790), US-Staatsmann, Ökonom und Naturforscher

„Die Freiheit eines jenen beginnt dort, wo die Freiheit eines anderen aufhört.“ Immanuel Kant (1724—1804), deutscher Philosoph

„Freiheit ist kein Vorrecht, die besten Plätze für sich selbst zu reservieren.“ „Die Glaubwürdigkeit der Freiheit“ — Berliner Rede von Bundespräsident Horst Köhler in der Elisabethkirche in Berlin am 24. März 2009

„Denn der Staat, das sind wir ja selber.“ „40 Jahre Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland“ — Rede von Bundespräsident Richard Weizsäcker bei einem Staatsakt in der Beethovenhalle in Bonn am 24. Mai 1989

„Aber über die Freiheit der Kunst, über die Freiheit der Rede, der Presse, der Meinung, der Religion lässt sich nicht streiten. Hier kann und darf es keine Kompromisse geben.“ Festrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum 16. Jahrestag der Deutschen Einheit in der Kieler Ostseehalle am 3. Oktober 2006
Bundeskanzlerin Merkel bezieht sich auf die Absetzung der Mozart-Oper „Idomeneo“ welche die Intendantin der Deutschen Oper Berlin aus Angst vor islamistischen Anschlägen vom Spielplan genommen hatte.

 

„Persönliche Freiheit und Gleichheitslehre stehen jedoch in unüberbrückbarem Gegensatz zueinander.“ „Lexikon“ der NPD-Homepage zum Begriff „Gleichheit“ vom 30. Januar 2009

„Missgestaltete Krüppel und Menschen die nur abscheuerregend wirken und die Tieren ähneln, entsprechen nicht dieser neuen Lebensfreude.“ Ausschnitt aus der Rede eines Fuktionärs der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) auf dem Pfingstlager der JN in Rothenburg/Sachsen

„(…) dass Deutschland in den vergangenen Jahren Wertvolleres und Besseres zu tun hatte, als eine uneingeschränkte öffentliche Meinung am Ende in einer geistigen Anarchie ausmünden zu lassen.“ „An die Vertreter der ausländischen Presse“ — Ansprache von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels anlässlich der Olympischen Spiele in Berlin am 30. Juli 1936

„Die Durchsetzung von Menschenrechten bedeutet die Durchsetzung von Rechten zum freien Kapitalfluss (…)“ „CEE IEH—DER CONNE ISLAND NEWSFLYER“ Nr. 82, November 2001; Auswertungsbericht des „Bündnis gegen Rechts“ (Leipzig) zu den Aufrufen und Aktionen anlässlich der Demonstration am 1. September 2001 in Leipzig

„Politischer Mord ist und sollte das letzte und unausweichliche Mittel sein, um weiteres Verbrechen zu verhindern (…)“ „Militanzdebatte“ der Szene-Zeitschrift „INTERIM“ Sonderausgabe Nr. 498 vom 30. März 2000, Beitrag „Runder Tisch der Militanten“, Seite 8

„Diese militanten Aktionen stehen im Kontext unserer sozialrevolutionär-klassenkämpferischen und antiimperialistisch-internationalistischen Linie (…)“ Auflösungserklärung der „Militanten Gruppe“ (mg), schriftliches Interview aus der Szene-Zeitschrift „Radikal“ Nr. 161, Sommer 2009

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