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Spionage in Politik und Wirtschaft

Abwehrmaßnahmen und Sicherheitspartnerschaft

Landkarte Sachsen (stilisiert)

Landkarte Sachsen (stilisiert)
(© LfV Sachsen)

Eine effektive Prävention ist die wichtigste Abwehrmaßnahme gegen sicherheitsgefährdende oder geheimdienstliche Tätigkeiten gegnerischer Nachrichtendienste. Sowohl Staat und Verwaltung als auch Wirtschaft und Wissenschaft sind aufgerufen, sich und ihre Umgebung bereits im Vorfeld von Spionageaktivitäten hinreichend zu schützen.

Prävention heißt vor diesem Hintergrund,

  • sich in Bezug auf Angriffsmethoden und -zielen fremder Nachrichtendienste zu sensibilisieren,
  • die eigenen Einrichtungen und deren Umgebung auf spionagerelevante Schwachstellen systematisch zu analysieren,
  • passgenaue Abwehrlösungen zu entwickeln,
  • die Entwicklungen auf dem „Spionagemarkt“ fortlaufend zu beobachten und
  • Verdachtsfällen nachzugehen.

Zur Bewältigung dieser anspruchsvollen Herausforderungen bietet das LfV Sachsen allen sächsischen Behörden, Verbänden, Vereinigungen, Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen eine Sicherheitspartnerschaft an.

Das LfV Sachsen geht aktiv auf potentiell gefährdete Institutionen zu. Bestandteil einer Sicherheitspartnerschaft können Vorträge, Individualberatungen, Onlineangebote und Broschüren sein. Darüber hinaus unterstützt das LfV Sachsen alle Interessenten bei der Analyse von deren Einrichtungen auf spionagerelevante Schwachstellen, bei der Entwicklung individueller Abwehrlösungen und bei der Aufklärung von Verdachtsfällen. Die Gewährleistung einer vertraulichen Behandlung ist dabei selbstverständlich.

Bei alldem kann das LfV Sachsen auf starke Partner zurückgreifen. Dazu gehören das Bundesamt (BfV) und die weiteren 15 Landesbehörden für Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst (BND), der Militärische Abschirmdienst (MAD), das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Nationale Cyber-Abwehrzentrum, die Polizei und viele andere Sicherheitsbehörden. Unabhängig davon engagiert sich das LfV Sachsen gemeinsam mit der Sächsischen Polizei und dem Sächsischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft in dem Präventionsangebot „Sicheres Unternehmen“, einem ebenfalls kostenlosen Beratungsangebot zum Schutz der äußeren und inneren Sicherheit von Unternehmen. Unternehmen mit geheimhaltungsbedürftigen Aufträgen betreut das LfV Sachsen außerdem mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA).

Außerdem hat der Verfassungsschutzverbund gemeinsam mit anderen Behörden und Wirtschaftsverbänden im Frühjahr 2016 die „Initiative Wirtschaftsschutz“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die deutsche Wirtschaft und Wissenschaft in einem umfassenden Schutzkonzept noch besser vor Spionageaktivitäten zu bewahren. Ein eigens geschaffenes Internetportal bietet unter der Adresse www.wirtschaftsschutz.info erste Informationen und Einschätzungen zu aktuellen Fragen der Unternehmenssicherheit und ermöglicht eine schnelle Kontaktaufnahme mit den Sicherheitsbehörden. Der Wirtschaftsschutz des LfV Sachsen hat unter der Telefonnummer 0351/8585-5333 eine Hotline für alle Fragen des Wirtschaftsschutzes eingerichtet.

Im Jahr 2016 konnte das LfV Sachsen durch Presse- und Rundfunkauftritte, Vorträge und Individualberatungen eine erhebliche Zahl an Interessenten und Multiplikatoren unmittelbar erreichen. Außerdem wurden ausgewählte Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden in anlassbezogenen Rundschreiben mehrfach über aktuelle elektronische Angriffskampagnen unterrichtet. Dabei wurden konkrete Handreichungen zu Abwehrmaßnahmen geliefert. Wichtiger Bestandteil der öffentlichen Aktivitäten war der gemeinsame Wirtschaftsschutztag des LfV Sachsen und der Sächsischen Industrie- und Handelskammern am 21. September 2016 unter dem Titel „Vorsicht Spione“. Zahlreiche Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung informierten sich in den repräsentativen Räumlichkeiten der Sächsischen Aufbaubank über die Spionageabwehr in Wirtschaft und Wissenschaft. Dabei ging es sowohl um die aktuelle Spionagelage als auch um den Einsatz menschlicher Quellen und technischer Hilfsmittel, insbesondere Elektronischer Angriffe. Darüber hinaus waren mögliche Abwehrmaßnahmen und lehrreiche Beispiele aus der Praxis ein Thema der Tagung. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum regen Gedankenaustausch untereinander und mit den Vortragenden.

Die vielfältigen Präventionsmaßnahmen zeigten Wirkung. Auch im Jahr 2016 gab es mehrfach Hinweise auf mögliche spionagerelevante Sachverhalte, denen das LfV Sachsen nachging. Darüber hinaus konnte es zahlreiche potentielle Adressaten auf die Möglichkeit von Elektronischen Angriffen hinweisen und sie so beim Schließen von Sicherheitslücken unterstützen.

Kontakt zur Spionageabwehr des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen:

Landesamt für Verfassungsschutz

Neuländer Str. 60, 01129 Dresden

Telefon: 0351/8585-0

Fax: 0351/8585-500

Bereich Wirtschaftsschutz:

Telefon: 0351/8585-5333

E-Mail: wirtschaftsschutz@lfv.smi.sachsen.de


 

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