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Aktuelles und Archiv

22.08.2016 - Rechtsextremismus und Tierschutz

Am 04. September 2016 sind in Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahlen. Auch die NPD wirbt für ihren Verbleib im Landtag. In ihrem Programm heben sie u.a. die Fülle von Windkraftanlagen und die Massentierhaltung hervor. In einem aktuellen Flugblatt (23. Juni 2016) der NPD-Fraktion Mecklenburg-Vorpommern fordern diese den sofortigen Stopp von Tierversuchen.

In einem Radiointerview für MDR Aktuell äußert sich der Pressesprecher des LfV Sachsen Martin Döring zur Bedeutung des Themas "Tierschutz" für rechtsextremistische Gruppierungen.


Insbesondere in sozialen Netzwerken wie Facebook werden immer wieder Postings „wie die Unterstützung bei Finanzierung von Tiergehegen und Tierheimen, Proteste gegen die Wildtierhaltung beim Zirkus oder die Unterstützung von Anti-Tierköderaktionen“ von Nationaldemokraten eingestellt. So wirbt bspw. die NPD Leipzig mit einem Video für die Rechte von Zirkustieren. Darin werden verhaltensauffällige Elefanten gezeigt, die starke körperliche und psychische Beeinträchtigungen durch ihr Leben in Gefangenschaft aufweisen.

„Nach Einschätzung des LfV Sachsen handelt es sich um eine Aufmerksamkeits- und Propagandastrategie“, die versucht eine breite Bevölkerung für ihre rechtsextremistischen Ansichten zu gewinnen. Dabei handelt es sich nicht um eine neuartige Erscheinung. Rechtsextremisten nutzen immer wieder soziale Themen, die stark emotional besetzt sind, um sich gegenüber der Öffentlichkeit als „Kümmerer“ zu profilieren. Kümmerer-Themen sind Sachverhalte, die das Sicherheitsempfinden von Bürgern betreffen und das Bedürfnis nach Schutz hervorrufen.  Rechtsextremisten behaupten, dass staatliche Behörden diese Themen ignorieren. Sie selbst präsentieren sich als Schutzmacht, die in dieses vermeintliche Vakuum stößt.

Die Kampagne „1. Sozialer Tag der NPD“ (März 2013), bei der Grünflächen und Spielplätzen gereinigt oder Fußbälle an Jugendvereine übergeben werden, zählen hierzu. Ein weiteres Beispiel ist das kostenlose Verteilen von Lebensmitteln an Infoständen.

Der Tierschutz ist ein Thema für Rechtsextremisten, da sie sich hiermit einen Zugang zu jüngeren Menschen erhoffen. Rechtsextremisten wissen, dass sich politische Botschaften besser vermitteln lassen, wenn man sie mit einem „weichen“, häufig emotionalen Thema verbindet. Schutz von Kindern vor Übergriffen, leidende Tiere, bedrohte Natur – das sind alles Themen, die Menschen stark berühren. Rechtsextremisten wissen das und machen sich das zunutze. Dabei bleibt zu berücksichtigen: Hinter dem „Kümmern“ steht das tatsächliche Ziel, Menschen für die extremistische Ideologie und Weltsicht zu gewinnen.

Nachzuhören ist das Interview hier.

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