1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Aktuelles und Archiv

19.05.2016 - Auftreten eines »Antikapitalistischen Kollektivs« (AKK) bei einer Demonstration in Plauen am 1. Mai 2016

Die Geschichte des Rechtsextremismus in Deutschland ist gekennzeichnet durch Radikalisierung und immer wieder Abspaltungen

Jüngste beispielgebende Entwicklung hierzu ist das Auftreten eines »Antikapitalistischen Kollektivs« (AKK) bei einer Demonstration im sächsischen Plauen am 1. Mai 2016.


Bereits in der Vergangenheit gab es mit den »Autonomen Nationalisten« einen Teilbereich im Rechtsextremismus, der mit hoher Gewaltbereitschaft, antikapitalistischer Rhetorik und einem martialischen Erscheinungsbild in der Imitation von schwarzgekleideten linksextremistischen Autonomen als geschlossener Block wahrnehmbar war.

Das Auftreten des AKK in Sachsen ist Teil eines die gesamte rechtsextremistische Szene aktuell erfassenden Prozesses der Herausbildung neuer Formen der Kooperation und der ideologischen Standortbestimmung. Es ist damit auch Teil eines seit den zahlreichen Vereinsverboten wahrnehmbaren Suchens der neonationalsozialistischen Szene nach neuen Strukturen und Aktionsmöglichkeiten.

Begleitet wird diese Suche von einer wachsenden Gewaltbereitschaft und Radikalisierung insbesondere im Rahmen der Flüchtlingsdiskussion. Gewaltbereitschaft und Radikalisierung richten sich hierbei nicht mehr ausschließlich gegen Asylbewerber und -unterstützer, sondern auch gegen Polizeibeamte als Vertreter des Staates, bei dem man die Verantwortung für die Flüchtlingsentwicklung sieht.

AKK-Strukturen haben ihren Schwerpunkt im Berliner Raum. Gleichwohl sind überregionale Vernetzungsbemühungen zu erkennen, die auch den Freistaat Sachsen betreffen.

Der Auftritt der AKK hat bisher vor allem einen antikapitalistischen Schwerpunkt um den 1. Mai als Aktionstag. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die hier zutage tretenden Vernetzungen und Aktionsformen auch bei anderen die rechtsextremistische Szene betreffenden Ereignissen zum Tragen kommen werden.

Dabei ist eine hohe und vor allem kurzfristige Mobilisierbarkeit einzukalkulieren, da die hinter dem AKK stehenden Kontakt- und Kennverhältnisse sich im vorrangig in den »Sozialen Medien« abbilden.

Es ist davon auszugehen, dass sich diese Bemühungen um überregionale Koordination verstärken werden. Außerdem können die ausgeprägte Gewaltorientierung wie auch die kurzfristige Reaktionsfähigkeit dieses Personenkreises unter Umständen noch zunehmen.

Demzufolge muss bei rechtsextremistischen Veranstaltungen mit dem Auftreten eines solchen »Schwarzen Blockes« von Rechtsextremisten insbesondere dann gerechnet werden, wenn das Demonstrationsgeschehen aktuell kontrovers diskutierte gesellschaftliche und politische Aspekte aufgreift. Rechtsextremisten wollen sich dann mit hoher Wahrscheinlichkeit in Szene setzen und als Speerspitze eines imaginierten »Volkswillens« gegen die Vertreter des Staates und den politischen Gegner darstellen.

Die mutmaßliche Beteiligung von AKK-Anhängern an den Ausschreitungen in Plauen am 1. Mai 2016 ist ein Beleg dafür.

Marginalspalte

Verwaltung

Hier geht es zur Verwaltungsseite des Landesamtes für Verfassungschutz

© Institution