1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Aktuelles und Archiv

20.11.2014 - NPD Sachsen zerfleischt sich öffentlich selbst: Reaktivierung des sächsischen Landesverbandes der rechtsextremistischen Splitterpartei »Die Rechte«

Auf der Facebook-Seite des Landesverbandes Sachsen der Partei »Die Rechte«  wird aktuell die Reaktivierung des sächsischen Landesverbandes dieser Partei angekündigt. Grund dafür sind offenbar die tiefen Konflikte in der sächsischen NPD, die nicht nur zu gegenseitigen Anschuldigungen, sondern auch zu Austritten von langjährigen Mitgliedern aus der Partei führen.


Parallel zur Reaktivierung wirbt der Stützpunktleiter der »Jungen Nationaldemokraten« (JN; Jugendorganisation der NPD) in Leipzig, Alexander KURTH, auf seinem Facebook-Profil um Mitglieder und Interessenten für die Partei »Die Rechte«. Bei Interesse solle man sich bei ihm melden. Auf einem anderen Profil von KURTH teilt er mit, dass es zutreffend sei, dass es in den nächsten Wochen zu der Reaktivierung und Neuaufstellung des Landesverbandes dieser Partei kommen wird. Ziel sei es, all jenen eine politische Heimat zu geben, die in der NPD nicht mehr erwünscht seien oder die lieber ihrem Gewissen folgten, anstatt der Geldbörse und einem bezahlten Posten.

Ein schon länger im NPD-Landesvorstand schwelender Konflikt wird seit Ende Oktober offen  im Internet ausgetragen. Im Zuge dieser Auseinandersetzung trat der ehemalige stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Maik SCHEFFLER von allen Ämtern zurück. Auch die NPD-Funktionäre Paul RZEHACZEK (JN-Landesvorsitzender) und Thorsten HIEKISCH (Kreisverband Niederschlesien-Oberlausitz) legten ihre Ämter nieder.

Darüber hinaus verbreitete der NPD-Kreisverband Niederschlesien-Oberlausitz im Internet eine Erklärung, wonach der gesamte Kreisvorstand wegen »politischer, sozialer und menschlicher Fehlentwicklungen« in der Partei ausgetreten sei.

Der sächsische Landesverband der Partei »Die Rechte« existierte nach seiner Gründung im Herbst 2013 nur bis März 2014 und erklärte dann seine Auflösung. Seit dem wurden keine Erkenntnisse mehr über Aktivitäten des sächsischen Landesverbandes der Partei bekannt.

Nach dem Scheitern der NPD bei der Sächsischen Landtagswahl 2014 und einer »schockstarren« Phase wird deutlich, dass die sächsische NPD die auf der Führungsebene bestehenden Konflikte nicht überwinden kann. Offenbar suchen deshalb die ursprünglich aus der neonationalsozialistischen Kameradschaftsszene stammenden NPD-Mitglieder, die bereits seit längerem mit dem Kurs der Partei nicht einverstanden sind, in der Partei „Die Rechte“ politischen Anschluss. Dieser Umstand führt zu einer weiteren Schwächung der NPD und ihrer Jugendorganisation.

 

Marginalspalte

Verwaltung

Hier geht es zur Verwaltungsseite des Landesamtes für Verfassungschutz

© Institution