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Aktuelles und Archiv

04.01.2013 - Bevorstehender Führungswechsel an der Spitze der sächsischen NPD

An der Spitze des sächsischen NPD-Landesverbandes steht offenbar ein Führungswechsel bevor. Der bisherige Vorsitzende des Landesverbandes Mario Löffler soll sein Amt angeblich aus persönlichen Gründen zur Verfügung stellen. Der Wechsel soll einer parteieigenen Meldung zufolge bei einem ordentlichen Landesparteitag erfolgen, der für den 12. Januar in Eilenburg geplant ist.


Ob für den möglichen Wechsel an der Parteispitze tatsächlich persönliche Gründe Löfflers ausschlaggebend sind ist fraglich, da es Differenzen zwischen Löffler und seinem Vorgänger Holger Apfel (derzeitiger NPD-Bundesvorsitzender) geben soll. Apfel soll weiterhin erheblichen Einfluss auf den sächsischen Landesverband nehmen und sogar die Kasse des Landesverbandes sowie die Post des sächsischen Landesvorsitzenden kontrollieren.

Als Nachfolger von Löffler wird der sächsische NPD-Funktionär Holger Szymanski favorisiert. Dieser hatte seit 2004 mehrere Funktionen als Mitarbeiter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion inne. Aktuell ist er Pressesprecher und Leiter des parlamentarischen Beratungsdienstes der NPD-Fraktion sowie Geschäftsführer des NPD-nahen »Bildungswerkes für Heimat und nationale Identität e.V.«. Außerdem ist er Mitglied im NPD-Landesvorstand und im Kreisvorstand der NPD in Dresden.

Augenscheinlich ist, dass der Bundesvorsitzende Holger Apfel – vor dem Hintergrund der nächsten Landtagswahl in Sachsen – versucht, massiv Einfluss auf den sächsischen NPD-Landesverband zu nehmen. Voraussetzung für den Wiedereinzug in den Sächsischen Landtag ist ein starker Landesverband. Gegenwärtig befindet sich dieser in einem desolaten Zustand. In den zurückliegenden Monaten war er von einer Reihe innerparteilicher Probleme und Mitgliederaustritten geprägt. Entgegen eigener Ankündigungen war es auch Löffler nicht gelungen, während seiner Amtszeit nennenswerte neue Akzente zu setzen.

Sollte Szymanski gewählt werden, ist eine Kursränderung nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher ist, dass der neue Vorsitzende im Sinne von Apfel agieren wird. Abzuwarten ist die Reaktion der neonationalsozialistischen Szene. Bereits der Führungswechsel Anfang 2012 hatte zu einer wachsenden Distanz zwischen der NPD und Teilen dieser Szene in Sachsen geführt. Löffler gelang es im Jahr 2012 nicht, diese Lücke wieder zu schließen.

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