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Aktuelles und Archiv

21.06.2013 - Demonstration anlässlich des Jahrestages des Volksaufstandes

Am 17. Juni 2013 organisierte ein so genannter »Dresdner Arbeitskreis 17. Juni 1953« eine Demonstration in Dresden anlässlich des Jahrestages des Volksaufstandes. Begleitet von Protesten politischer Gegner marschierten rund 120 Rechtsextremisten durch die Dresdner Innenstadt.


An der Veranstaltung beteiligten sich neben Funktionären bzw. Mitgliedern regionaler NPD- und JN-Strukturen u. a. auch »Nationale Sozialisten Halle/Merseburg«, »Freie Kräfte Dresden« und Mitglieder der »Kameradschaft Leipzig Möckern«. 

Der Arbeitskreis trat in der Vergangenheit  als partei- und organisationsübergreifende Plattform von Rechtsextremisten in der Landeshauptstadt in Erscheinung. Ihm gehörten sowohl NPD-Angehörige als auch Freie Kräfte an. Somit war er ein Ausdruck der themenbezogenen Zusammenarbeit zwischen der NPD und den Neonationalsozialisten.

Obwohl auch Vertreter der neonationalsozialistischen Szene sich an der Veranstaltung beteiligten, scheint die in der Vergangenheit manifestierte enge Zusammenarbeit zwischen der Partei und den parteifreien Kräften in Dresden nun zerbrochen zu sein. Die Organisation der Veranstaltung lag diesmal ganz in den Händen der NPD. Es traten keine Redner der »Freien Kräfte« auf. Zudem wurde auf einer den »Freien Kräften Dresden« zurechenbaren Internetseite im Veranstaltungsbericht angeführt: »Nach der öffentlichen Distanzierung des Landesverbandes im vergangenen Jahr von der Forderung der Nationalen Sozialisten – die BRD als Rechts- und Organisationsform auf deutschem Boden sei abzuschaffen, da sie ebenso wie die ehemalige DDR ein Konstrukt der Fremdherrschaft darstellt – trat nunmehr die NPD als Alleiniger Veranstalter auf.«

Die »Aktivisten des parteifreien Spektrums im Nationalen Widerstand« beteiligten sich trotzdem an der Veranstaltung, um »die Forderung nach Freiheit und Selbstbestimmung unseres Volkes – damals wie heut(e) – zu unterstreichen«.

Die Distanzierungen der NPD von gewaltbereiten Teilen der Szene sowie der Kurs der Parteiführung unter Holger APFEL führten zu Parteiaustritten und zum Bruch mit Teilen der neonationalsozialistischen Szene. Nunmehr scheint sich dies auch öffentlich bei Veranstaltungen auf das Verhältnis zwischen der NPD und den »Freien Kräften« in Dresden auszuwirken.

Die geringe Teilnehmerzahl dürfte für die Rechtsextremisten eine Enttäuschung gewesen sein und zeugt von einer geringen Mobilisierungskraft der NPD. Um dieses Bild zu verschönern verkündet die Partei von der Realität abweichende Erfolgsmeldungen über die Veranstaltung und schrieb von knapp 200 Teilnehmern.

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