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Aktuelles und Archiv

12.09.2014 - Aufgabe des zentralen NPD-Objektes in der Leipziger Odermannstraße wird die rechtsextremistische Leipziger Szene erheblich schwächen

Der von der Leipziger NPD angekündigte Rückzug aus der Odermannstraße kurz nach dem Scheitern der Partei bei der Wahl des Sächsischen Landtages 2014 wird nicht nur zu einer Schwächung der NPD führen. Auch die Aktivitäten – und die Attraktivität für Nachwuchs –  der neonationalsozialistischen Szene dürfte durch den Wegfall dieser Lokalität beeinträchtigt werden.


Nicht zuletzt fanden in den zurückliegenden Jahren in dem Objekt auch rechtsextremistische Musikveranstaltungen und viele andere Treffen der subkulturellen rechtsextremistischen bzw. neonationalsozialistischen Szene statt, die Rechtsextremisten auch aus anderen Bun­desländern nach Leipzig mobilisierten.

Die Begründung der Leipziger NPD für die Aufgabe des Objektes – die nicht als Rückzug, sondern als »Expandieren unserer Möglichkeiten« zu sehen sei – erscheint vorgeschoben. So habe man nach einer »umfangreichen Kosten-Nutzen-Analyse« festgestellt, dass das Objekt als »Anlaufstelle für ganz Leipzig« nicht in das Konzept des neuen Kreisvorsitzenden passe. Die NPD setze deshalb zukünftig auf »dezentrale Anlaufstellen für Mitglieder und Interessenten«. Regionale Vertreter der NPD sollen dann »sicht- und kontaktierbar in den Wahlkreisen« sein.

Nach nunmehr acht Jahren Nutzung gibt die Leipziger NPD ein wichtiges Objekt in Leipzig auf. Die Partei verliert damit eine zentrale Versammlungsstätte und Rückzugsraum. Maßgeblich dürften finanzielle Aspekte für diesen Schritt ausschlaggebend gewesen sein. Ob die angestrebte Dezentralisierung tatsächlich positive Wirkungen für die Leipziger NPD zeigen wird, ist von den vor Ort wirkenden Führungskräften abhängig. Inaktive Struktureinheiten ohne Ausstrahlung dürften eher das Gegenteil bewirken. Ein fehlendes Treffobjekt schwächt zudem die Szene dadurch, dass für Treffen immer wieder neue Orte gefunden und kurzfristig beworben werden müssen.

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